Die Unterschiede zwischen ownCloud und nextCloud

Veröffentlicht von Philip am

Eine moderne Cloud-Lösung kommt in vielen Unternehmen und privaten Haushalten zum Einsatz. Eine eigene Cloud bietet eine Menge Vorteile und lässt sich vielseitig verwenden. Die ownCloud und die nextCloud gehören zu den bekanntesten Cloud-Anbietern. Viele Nutzer können sich nicht direkt für einen Anbieter entscheiden, denn beide Clouds haben Vorteile. Sie eignen sich für das Hosting von Dateien, zur Datensicherung und bieten eine Vielzahl an Optionen. Trotz der gemeinsamen Vergangenheit gibt es Unterschiede zwischen den beiden Cloud-Lösungen.

Gemeinsame Vergangenheit der Clouds
Die ownCloud wurde 2010 als Open Source-Projekt gegründet. 5 Jahre später ist die Cloud eines der größten Open Source-Projekte der Welt, hat mehr als 60 Mitarbeiter und über 300 Unternehmenskunden. 2016 steigt Frank Karlitschek, einer der 3 Gründer überraschend aus dem Projekt aus. Er nimmt 6 Mitarbeiter mit und kündigt eine ownCloud-Fork (Abspaltung) mit dem Namen nextCloud an. Beide Cloud-Anbieter gehen ihre eigenen Wege. Sie besitzen im direkten Vergleich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede. Ende 2016 wird die ownCloud bei einer Cloud-Speicher-Umfrage von 18.000 Teilnehmern als vertrauenswürdiger und bester Dienst vor der iCloud und der Dopbox gewählt. Die nextCloud orientiert sich stark an den zuverlässigen und beliebten Funktionen und bietet einige interessante Zusatzfeatures.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Cloud-Lösungen?
Beide Lösungen haben eine übersichtliche Bedienoberfläche und ermöglichen ein intuitives Hosting von Daten. Die eigene Cloud ist in wenigen Schritten eingerichtet und betriebsbereit. Der grundlegende Funktionsumfang ist nahezu identisch. Bei der ownCloud können die Nutzer gegen einen Aufpreis einstellen, dass Gäste Daten herunterladen oder bearbeiten dürfen. Bei der nextCloud gibt es verschiedene Zusatzfunktionen, wie beispielsweise Gastkonten. Die nützlichen Hosting-Features aktivieren die Nutzer mit wenigen Klicks und ohne zusätzliche Kosten. Normalerweise ist eine solche Teilung im Open-Source-Bereich nichts Vorteilhaftes, denn Nutzer und Entwickler spalten sich. Durch den Fork gibt es neben der ownCloud jetzt noch die nextCloud. Dank der Teilung der Entwicklungspfade entsteht ein Konkurrenzdruck und dieser schlägt sich positiv in mehreren Neuerungen nieder. Somit bieten die neuen Versionen der Cloud-Pakete mehrere neue und verbesserte Hosting-Funktionen.

ownCloud X und nextCloud 12
Die Version 10 (X) der ownCloud stehen die Arbeitsgeschwindigkeit, die Sicherheit und die Produktivität im Vordergrund. Die Nutzer profitieren von vielen Verbesserungen und Fehlerkorrekturen. Die Synchronisierung der Dateien zwischen einem lokalen Rechner und der Cloud funktioniert besser. Anwender können pro Ordner oder Datei einen öffentlichen Link erzeugen. Über diesen haben andere Personen Zugriff auf die Dateien. In ownCloud X lassen sich mehrere öffentliche Links erzeugen. In der neuen Anwendung „Guest User“ können die Gastbenutzer verwaltet werden. Gäste können den Desktop-Client verwenden, jedoch keine eigenen Hosting-Dateien haben.

Die Version nextCloud 12 besitzt viele neue Funktionen. Die Nutzer können über eine neue Anwendung Dateien per Blockchain speichern. Mit der App Circles können die Anwender ihre eigenen Kontakte in verschiedenen Kreisen organisieren. Für alle Dateien lassen sich mehrere öffentliche Links mit unterschiedlichen Zugriffsberechtigungen erzeugen. Eine Anwendung für Gäste ist ebenfalls vorhanden. Dank der Schreibrechte lassen sich Dokumente gemeinsam bearbeiten. Per Videochat-App und ein spezielles Browser-Plugin ist das Screensharing möglich. Dank Push-Benachrichtigungen übersehen die Nutzer keine Video-Calls.

Die Zusatzfunktionen machen den Unterschied aus
ownCloud und nextCloud haben viele Gemeinsamkeiten und identische Funktionen. Beide Cloud-Lösungen eignen sich für das Hosting und lassen sich individuell einstellen. Beide Clouds sind innerhalb von wenigen Minuten eingerichtet und überzeugen mit einer übersichtlichen Gestaltung. Neue Ordner lassen sich schnell erstellen und Daten ohne Aufwand hochladen. Optisch und von den Grundfunktionen her ist die nextCloud fast ein Ebenbild von der ersten Cloud. Im Hinblick auf die Kosten gibt es einen großen Unterschied: Bei der nextCloud erhalten die Nutzer diverse Hosting-Zusatzfunktionen kostenlos. Bei der ownCloud müssen die Nutzer dieselben Hosting-Zusatzfunktionen erst gegen Zuzahlung freischalten. Dies ist ein großer Vorteile für Anwender, die diese Zusatzfunktionen benötigen.